




Hochland-Kaffee - „Eine kleine Kaffeereise“
Für den 18. Januar dieses Jahres hatte unser DAGO Mitglied Gerti Heim den Besuch der „Hochland-Kaffee Manufaktur“ organisiert, an dem 28 Damen der DAGO Abteilung des GCKW teilnahmen. Begrüßt wurden sie von Herrn Erich Bitto (Versandleiter und Kaffee-Experte) bei der Firma Hochland, in Echterdingen, zu einem überaus interessanten Vortrag.
Die Hochland-Kaffee-Manufaktur wurde 1930 in Stuttgart gegründet und befindet sich derzeit in der dritten Generation im Besitz der Famile Hunzelmann in Echterdingen.
Der Urspung des Kaffees liegt in Äthiopien, wo schon seit dem 11. Jahrhundert Kaffee angebaut wurde. Von dort wurde er von mohammedanischen Pilgern nach Mekka gebracht. Über Ceylon, Indien und Java kam Kaffee im Gepäck holländischer Kaufleute nach Europa und anschließend in die französischen Kolonien Mittelamerikas. Schließlich war er in 80 Ländern der Erde zu finden.
Seit dem 17. Jahrhundert bereichert der Kaffee auch die europäische Genusskultur. Er kam per Schiff nach Venedig, London, Amsterdam und Hamburg.
Heutige Anbaugebiete für Hochlandkaffee sind Costa Rica, Brasilien, Kenia und Vietnam. „Hochlandkaffee“ bedeutet, dass 90% der Bohnen in einer Höhe über 1.500 m gewachsen sein müssen (Sorte Arabica). Je höher die Lage, desto länger dauert es, bis die Bohnen reif sind. Aufgrund der dort herrschenden niedrigen Temperaturen reifen die Kaffeekirschen langsamer, und entwickeln deshalb ein feineres Aroma. 70% des Hochlandkaffees der Firma Hochland stammen aus Costa Rica. Jährlich werden von der Firma Hochland insgesamt 31 Tonnen Kaffee geröstet.
Die Kaffeepflanze hat weiße Blüten mit Jasminduft und als Frucht eine dunkelrote Kirsche. Die Kirsche besitzt zwei Bohnen, die Kaffeebohnen. Es dauert 7-10 Monate bis die Kaffee-Kirschen reif sind. Ein Kaffeestrauch wird bis zu 2 m hoch. Er hat einen Ertrag von 5-8 kg Kirschen, diese ergeben 1 kg Rohkaffee.
Nach der Ernte werden die Bohnen vom Fruchtfleisch befreit. Vom sorgfältigen Entfernen des Fruchtfleisches hängt die Güte des Rohkaffees ab (das Fruchtfleisch der Kirsche wird als Dünger wiederverwendet). Die Bohnen müssen 5-7 Tage an der Sonne getrocknet und dabei ab und zu gewendet werden. Falls die Bohnen nicht genug getrocknet sind, besteht Schimmelbefall. Die wetterunabhängige Alternative ist die nasse Aufbereitung. Die Bohnen werden gewaschen, vom Fruchtfleisch befreit und für 6 Stunden in Trocknungskammern getrocknet. Dabei werden zur Aufbereitung von einem Kilo Kaffee 100 Liter Wasser benötigt.
Nach der Trocknung werden die Bohnen in Säcke verpackt und sind bereit zum Versand. Getrocknete Kaffeebohnen werden an Rohkaffeebörsen gehandelt.
Die Firma Hochland kauft den benötigten Rohkaffee nicht an den Rohstoffbörsen, sondern direkt bei den Erzeugern, dies erfolgt zu einem Anteil von 70% in Costa Rica (Costa Rica hat 5 Mio. Einwohner. Das Kaffee-Anbaugebiet liegt bis 2.200 m hoch. Besitzer dieser Kaffe-Plantagen ist eine Kooperative, die aus 700 Kaffee-Bauern besteht).
Ein guter Kaffee soll schmecken, wie ein Chor klingt. Das Geheimnis einer guten Kaffee-Mischung ist die Mischung der Bohnen aus den verschiedenen Anbaugebieten. Je mehr Aroma in der Bohne, desto mehr Geschmack in der Tasse. Kaffee besitzt bis zu 87 verschiedene Säuren, die den Bittergeschmack des Kaffees ergeben. Der an Säuren reichste Kaffee kommt aus dem Hochland von Kenia. Dabei gilt es zu beachten, dass die einzelnen Kaffeesorten während des Röstens unterschiedliche Ergebnisse entwickeln.
Während bei der industriellen Röstung nur ca. 1- 3 Minuten bei 400-600 Grad geröstet wird, röstet die Firma Hochland die Kaffeebohnen 9 Minuten bei 200 Grad. Dabei gilt als Qualitätsmerkmal, dass bei einem Bruch der Bohnen diese durch und durch die gleiche braune Röstfarbe haben müssen. Zu schwach geröstete Bohnen werden maschinell aussortiert, nochmals geröstet und später in den Filialen der Firma Hochland als "Fehlbrand" verkauft. Nach dem Rösten erfolgt die Veredelung. Aus der Veredelung ergeben sich die unterschiedlichen Sorten (z.B. Colanka, Kaffeestunde, Ratsherren, Gute Sorte usw.).
Nach einer Pause mit Costa-Rica Kaffee der Marke „Ratsherrnmischung“ erfolgte die Betriebsbesichtigung. Dabei konnte man beobachten, wie der Kaffee aus den Säcken in die Trommeln gefüllt, geröstet, geprüft, und abgepackt wurde. Es wurde ein Kostenbeitrag erhoben, der einem gemeinnützigen Zweck zugeführt wird. Jede Dame erhielt zum Abschluss ein Gastgeschenk mit Produkten der Firma Hochland. Außerdem gab es die Gelegenheit, im Werksverkauf einzukaufen.
Die Präsidentin des GCKW, Frau Susi Pöschl, dankte Herrn Bitto für seine Entführung in die Welt des Kaffeegenusses. Ebenso dankte sie Gerti Heim für die Organisation dieses originellen Ausflugs, der mit einem kleinen Imbiss im Lokal der Stuttgarter Kickers endete.
[Bericht von: Gertraud Bähr]
Die Fotos zum Besuch erleben Sie auch im Bild-Archiv (Bilder 1-4).

