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Jakobuskirche Bodelshofen

Jakobusbrunnen Bodelshofen

Der Jakobsweg

Durch unsere Golfanlage führt eine der bedeutendsten Pilgerstraßen Europas

Als Jakobsweg wird der Pilgerweg zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien (Spanien) bezeichnet. Die Entstehung dieser Route fällt in ihrem auch heute begangenen Verlauf in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts.

Die erste Erwähnung des Jakobsweges stammt aus dem Jahre 1047.

1987 hat der Europarat die Wege der Jakobspilger in ganz Europa zur europäischen Kulturroute erhoben und ihre Identifizierung empfohlen (die Kennzeichnung durch die Muschel).

Ziel des Jakobsweges

Die Grabstätte in Santiago de Compostela entwickelte sich im Mittelalter neben Rom und Jerusalem zum dritten Hauptziel der christlichen Pilgerfahrt. Den Menschen wurde in einer einfachen Botschaft, die alle verstanden, ein versöhnender Christus vermittelt, dessen Wirken durch die Fürsprache des heiligen Jakobus den Menschen zuteil werde. Später wurde dieses pastorale Konzept durch die Einführung von Ablässen und Heiligen Jahren nach dem Vorbild Roms untermauert. Unter dem Einfluß der christlichen Lehre von Heil und Erlösung entwickelte sich im 11. und 12. Jahrhundert eine der größten Pilgertraditionen des christlichen Westens.

Nach einem Niedergang der Pilgerfahrt in der frühen Neuzeit, verursacht durch einen Verfall der Pilgeridee, die Reformation und nationale Kriege zwischen Frankreich und Spanien, ist seit Mitte des 17. Jahrhunderts ein erneuter Aufschwung erkennbar. Seit den 1970er Jahren hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen großen Aufschwung erlebt. 2004 kamen 179.932 Pilger nach Santiago de Compostela (2010: 272.135 Pilger).

Kulturgeschichtliche Aspekte

Zur Jakobuslegende

Der Name bezieht sich auf den Apostel Jakobus den Älteren. Dieser war zusammen mit seinem Bruder Johannes einer der zwölf Apostel Jesu Christi. Die Legende beinhaltet sechs große Themenbereiche:

  • Die Schilderung einer Missionstätigkeit des Apostels auf der iberischen Halbinsel
  • Die Translation des heiligen Leichnams im Anschluß an die biblisch überlieferte Hinrichtung des Apostels in Jerusalem durch König Herodes Agrippa I. im Jahr 44 und die Errichtung eines Grabmals
  • Die Wiederauffindung des Grabes zu Beginn des 9. Jahrhunderts unter Bischof Theodomir von Iria FlaviaDas hilfreiche Eingreifen des Apostels in ausweglos erscheinenden Situationen bei Kämpfen gegen die Araber
  • Die Befreiung des Jakobsweges von den Mauren durch Kaiser Karl den Großen
  • Wunder, die der Apostel an Pilgern auf dem Weg und am heiligen Ort bewirkt hat.

Die legendäre Entstehung des Jakobsweges durch Kaiser Karl den Großen schildert das vierte Buch des Liber Sancti Jacobi. Demnach habe Karl der Große auf seinem Spanienfeldzug auf Geheiß des Apostels den Weg zum Jakobusgrab von den Mauren befreit. Mit der Einbeziehung des Karlskultes in die Jakobusverehrung konnte einerseits das Interesse der deutschen und französichen Pilger geweckt werden, während andererseits Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Ludwig VII. von Frankreich aus der Verbindung beider Legenden politische Vorrangstellungen abzuleiten versucht haben.

Jakobsmuschel

Namensursprung und Symbolik

Der Name „Jakobsmuschel“ bezieht sich auf den heiligen Jakobus, der zum Schutzpatron der Pilger wurde. Er erhielt die Jakobsmuschel als Erkennungszeichen postum zugedacht, die er in Darstellungen in der Regel am Hut trägt, manchmal auch am Gürtel. Sie sollte die Pilger auf dem Heimweg und auch noch in der Heimat schützen. Die christlichen Pilger des Mittelalters benutzen die Jakobsmuschel zum Wasserschöpfen. Als Symbol der Pilger war die Muschel bereits im Mittelalter weithin bekannt.

Die Jakobswege von Neresheim und von Rothenburg ob der Tauber nach Rottenburg am Neckar führen durch die Golfanlage nach Bodelshofen

Der Weiler Bodelshofen hat sich durch die verhaltene Bebauung der letzten Jahrzehnte einen besonderen Charme bewahrt. Die heutige Kirche geht auf das Jahr 1105 zurück, die Anfänge reichen bis in die karolingische Zeit hinein. Untersuchungen aus dem Jahr 1964 lassen sogar vermuten, dass auf dem Platz schon in keltischer Zeit ein Heiligtum stand.

Die kleine Jakobuskirche war das ganze Mittelalter hindurch Sammelstelle für Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Hier konnten die Pilger Andacht halten vor dem Fresken-Zyklus über die Passion Christi, der im Jahr 1964 bei der Renovierung entdeckt wurde. Die ausdrucksstarken, sorgfältig restaurierten Bilder lassen durch Ähnlichkeiten des Malstils mit datierbaren Bildern der Kirche in Schwieberdingen auf eine Entstehungszeit zwischen 1420 und 1430 schließen. Neben diesen bedeutenden Wandbildern aus dem Spätmittelalter weist das Jakobskirchlein noch vier bemerkenswerte Glasfenster des Künstlers Hans-Gottfried von Stockhausen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf.

Bodelshofen wurde im Jahr 1268 urkundlich erwähnt. Die Jakobuskirche diente als Andachtsstätte. Das Hofgut Bodelshofen diente in dieser Zeit als Herberge und Raststätte der Pilger.

Heute ist das Hofgut Bodelshofen im Besitz der Freiherren von Massenbach.